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erschienen in der Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz am 03. resp. 04.03.2025 (meist unter dem Titel: "Für selbstsichere Kinder ist das Handy kein Problem")
(Mein ursprünglicher Titel war: Smartphone -Kindheiten: Wo liegt das Problem? Die Redaktion hat den Titel vorgeschlagen: Für selbstsichere Kinder ist das Handy keine Gefahr)
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Unterschwellig ist den meisten Menschen bewusst, dass unsere Gesellschaft Bildungsungerechtigkeiten (re-)produziert. Das dürfte einer der Hauptgründe sein, warum an bildungspolitischen Apéros dieses Thema so beliebt ist. Auffallend schnell wird die Metapher »Jeder ist seines Glückes Schmid« herangezogen, um zu versichern, junge Menschen aus bescheidenen Verhältnissen könnten es mit genug Fleiss, Anstrengung und Hartnäckigkeit selbstverständlich zu etwas bringen. Aufstieg durch Bildung heißt die Formel, die oft mit dem American Dream gleichgesetzt wird, der den Entschlossenen den Weg nach oben weist.
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erschienen in Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 20.01.2024, 2.
«Gender-Disappointment» ist ein neues Phänomen. Gemeint ist damit die Enttäuschung schwangerer Frauen, wenn die Gynäkologin beim Ultraschall sagt: Es ist ein Knabe. Heutzutage dominiert oft der Wunsch nach einem Mädchen. Es gibt offenbar eine Quelle grosser Angst um Knaben.
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erschienen in: NZZ, 09.12.2024, 19.
Elitär, exklusiv, käuflich und ungerecht, sagen die Gegner – innovativ, leistungsförderlich, individualisiert und familienfreundlich, die Befürworter. Die Positionen könnten unterschiedlicher nicht sein. Bei vielen Eltern sind Privatschulen beliebt. Bildungsverantwortliche und Wissenschaft erachten sie oft eher als geduldete Konkurrenz. Dies könnte eine mögliche Ursache für den dürftigen Forschungsstand im Privatschulwesen sein.
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Annika Bangerter 11.12.2024 in der Aargauer Zeitung/ die Nordwestschweiz
Nicht nur die Begabung, sondern vor allem die soziale Herkunft entscheidet, wer es ans Gymnasium schafft, sagt Erziehungswissenschafterin Margrit Stamm. Sie hat untersucht, welche Kinder aus einfachen Verhältnissen es trotzdem schafften. So wie sie.
Die Bildungsexpertin Margrit Stamm hat zu Arbeiterkindern geforscht und ein Buch dazu geschrieben.
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Erschienen in: Aargauer Zeitung /Die Nordwestschweiz, 02.12.2024, 2.
Die Verschwendung von Humankapital ist ein Hindernis unserer florierenden Gesellschaft. Hochleistungen sind Wegmarken unserer Leistungskultur. Fleissige Kinder und Heranwachsende mit guten Noten haben beste Aussichten auf eine erfolgreiche Laufbahn. Familien und Schulen, die alles tun, damit der Nachwuchs im Wettbewerb besteht, sind auf dem richtigen Weg.
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erschienen in: Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 21.10.2024, 2.
Hand aufs Herz – Wer hat während der Schulzeit nicht mal blau gemacht und den Unterricht für ein paar Stunden geschwänzt? Für nicht wenige gehört Schulschwänzen zum guten Ton, zum notwendigen Repertoire eines emanzipierten Schülers.
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erschienen in: Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 11.09.2024, 2.
Die Gegner waren mit perfekten Visieren, professionellen Ohrenschützern und Hightech-Schiessbrillen ausgestattet. Anders der Türke Yusuf Dikeç. Er trug eine normale Brille, ein T-Shirt und gängige Ohrenstöpsel. Eine Hand hatte er in der Hosentasche, sein kleines Bäuchlein fiel auf. Mit dieser lässigen Pose holte er die Silbermedaille im Pistolenschiessen an den Olympischen Sommerspielen in Paris.
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erschienen in: Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 29.07.2024, 2.
siehe auch: https://www.shn.ch/forum-meinung/forum/2024-08-21/schwanger-werden-wenn-es-fuer-die-firma-passt
Erstgebärende Frauen sind durchschnittlich 31.3 Jahre alt. Vor zwanzig Jahren waren es 28 Jahre. Dass die Mutterschaft auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird, ist eine Folge veränderter weiblicher Karrierechancen. Aber nicht nur, manchmal fehlt auch ein geeigneter Partner.
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erschienen in: Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 25.06.2024, 4.
Jetzt sind sie da, die ersehnten Sommerferien. Verreisen, ausschlafen und unbeschwert sein. Darauf freuen sich alle.
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erschienen in: NZZ, 15.06.2024, 17.
Kennen Sie Ihren Intelligenzquotienten? Vielleicht den Ihrer Kinder oder Enkel? Wenn nicht, sollten Sie dies in Erfahrung bringen. Nur so können Sie abschätzen, ob Sie oder Ihr Nachwuchs zu den 70 Prozent der Bevölkerung gehören, die in der Nähe des Mittelwertes liegen (100 Punkte), zu den 15 Prozent der überdurchschnittlich Begabten oder sogar zu den zwei Prozent der Hochbegabten mit einem IQ von 130 und mehr. Wenn das zutrifft, sind Sie vielleicht ein bisschen stolz. Denn eine hohe Intelligenz gilt als Tor zum Erfolg. Ihre Markenzeichen sind sehr gute Noten, der Besuch des Gymnasium und eine universitäre Karriere.
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erschienen in : Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 06.05.2024, 2.
Ein Vater schaut im Bus auf sein Smartphone, während ihm sein Baby ein zermatschtes Brötli hinstreckt und seinen Blick sucht. Vergeblich. Ein kleines Kind quengelt im Restaurant, sofort zücken Mama und Papa ihr Handy. Stille kehrt ein, das Kind schaut behext auf das Gerät und versinkt in der digitalen Welt.
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- Margrit Stamm
Das ist der Originalbeitrag, der vom Blick redigiert erschienen ist am 24.03.2024
Zu wenig Einheimische besuchen das Gymnasium und machen eine Matura. Eine Folge davon ist der Fachkräftemangel und die hohe Anzahl von Ausländerinnen und Ausländern mit Hochschulabschluss, die jährlich importiert werden müssen. Um dem entgegenzutreten, muss die Gymnasialquote erhöht werden. Das genügt aber noch nicht. Es braucht auch finanzielle Anreize, damit endlich genug junge Menschen MINT-Studienfächer wählen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).
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erschienen in: Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 15.03.2024, 2.
Felix hat sich für eine Lehre als Maurer entschieden. Doch er kommt aus einer Akademikerfamilie. «Wir finden deine Wahl gut» haben die Eltern gesagt. Das ist untypisch. Denn akademische Elternhäuser haben meist das Gymnasium und einen Hochschulabschluss im Blick. Und wenn es trotzdem eine Berufslehre sein muss, soll es die sein mit dem höchsten Ansehen. Darum haben Berufe mit einem eher niedrigen Prestige enorme Schwierigkeiten, Lehrlinge zu finden. Im August 2023 waren 33 Prozent der Lehrstellen im Baugewerbe nicht besetzt, im verarbeitenden Gewerbe waren es 26 Prozent. Kaufmännische Berufe hingegen verzeichneten kaum offene Ausbildungsplätze.
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erschienen in: Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 13.02.2024, 2.
Sie haben einiges erreicht. Auf der Karriereleiter geht es nach oben. Und doch ist da das Gefühl, der eigene Erfolg sei nicht das Ergebnis angestrengter Arbeit, sondern eine Täuschung. «Ich war mir nie sicher, ob ich es verdiene, vorne zu sein» sagte Cyprien Sarrazin nach seinem Abfahrtssieg auf der Streif – der grösste Konkurrent von Marco Odermatt! Sarrazin ist keineswegs ein blutiger Anfänger, sondern ein professioneller Mensch mit Erfahrung. In der Forschung gibt es dafür einen eigenartigen Namen: das Hochstapler-Phänomen – also mehr Schein als Sein. Etwa die Hälfte erfolgreicher Personen dürfte ansatzweise davon betroffen sein.
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Erschienen in: NZZ, 16.12., 2023, 21.
«Wenn du nicht mehr für die Schule tust, landest du genau dort, wo dieser Mann steht, hinter der Theke und nicht im Gymnasium.» Diese Drohung einer Mama gegenüber ihrem Sohn in einer Metzgerei wurde auf X (ehemals Twitter) hundertfach geteilt und mit viel Empörung kommentiert. Der Tenor war jeweils der gleiche. Wenn diese ehrgeizigen Eltern nicht wären, die nur das Gymnasium im Blick haben, könnte die Berufsbildung ihre Ausbildungsplätze besser besetzen.
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erschienen in: Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 30.11.2023, 2.
Bildung hiess bei den alten Griechen noch «schole» und galt als Zeit verlieren und Musse finden. Das ist vorbei. Heute widerspiegeln Bildung und Erziehung die Vorliebe, Kinder schnell zu optimieren. Der Psychologe David Elkind sagt: Sie werden durch frühe Förderung, Schule und Freizeit gehetzt. Dieser Trend heisst Hothousing – zu Deutsch Treibhausförderung. Er steht für die Überzeugung, Kinder könne man wie Diamanten schleifen, damit sie maximal leistungsfähig werden. Wer sie bloss in die Gesellschaft hineinwachsen lässt, hält ihnen wichtige Bildungsprozesse vor. Die Zeit des Müssiggangs ist passé.
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erschienen in NZZ: Letzte Lektion: Liebesentzug, NZZ Gastbeitrag, 01.12.2020, 18.
Autorität gilt als «böses» Wort, Erziehung als Manipulation, zumindest in neuen Bewegungen, welche Nicht-Erziehung oder die alleinige Orientierung an den kindlichen Bedürfnissen proklamieren. Eigentlich verständlich. Autorität ist ein schwieriger Begriff, und wir alle haben Erfahrungen mit ihr. Wer selbst autoritär erzogen worden ist, will alles dafür tun, um nicht ein Abbild der strengen Eltern oder des angsteinflössenden Paukerlehrers zu werden. Autorität wird deshalb mit Drill, Angst und konservativem Denken gleichgesetzt und im Widerspruch zu Freiheit und Selbstbestimmung gesehen. Trends wie #beziehungstatterziehung gelten als neue Alternativen.
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erschienen in NZZ am Sonntag, 19.11.2023, 23.
Begabte Kinder aus bescheidenen Milieus landen selten im Gymnasium, auch wenn sie das intellektuelle Rüstzeug mitbringen. Nur 4 Prozent schaffen es, wenn der Vater über keinen Bildungsabschluss verfügt, 20 Prozent, wenn er eine einfache Berufslehre absolviert hat. Diese sogenannten Büezer-Kinder sind aussagekräftige Abweichungen von der Norm.
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Die Überzeugung hat eine lange Tradition, wonach zwischen den kognitiven Fähigkeiten eines Kindes und seiner sozialen Herkunft eine lineare Beziehung besteht. Historisch besehen ist es vor allem die viel beachtete Langzeitstudie von Lewis Terman zu den Lebensläufen überdurchschnittlich begabter Kinder, welche durch die Bestätigung solcher Annahmen Furore gemacht hat*. Drei Viertel der überdurchschnittlich begabten «Termiten-Kinder» stammten nämlich aus der Mittel- und Oberschicht, aber nur ein Viertel aus dem Arbeitermilieu. Erklärt wurde diese empirische Erkenntnis damit, dass es eben der höhere Bildungsgrad der Eltern sei, der für eine bessere genetische Ausstattung der Kinder sorge.
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erschienen in: Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 29.09.2023, 2.
Männer haben von Natur aus mehr mathematisches Talent als Frauen. Diese Behauptung des Präsidenten der Harvard University, Larry Summers, hat vor ein paar Jahren zu einem Sturm der Entrüstung geführt. Er musste von seinem Amt zurücktreten.
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